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Land Deutschland / Bayern
Ort Rottach-Egern
Flugberg

Die Auffahrt erfolgt mit
einer 4er Kabinen-Bahn. An der Kasse ist eine Gästekarte zu kaufen,
die EUR 2,50 kostet und einen Kalendertag gültig ist (Jahreskarte
EUR 35,-). Die Einzelfahrt kostet EUR 8,-; eine Zehnerkarte EUR 60,-; eine
Zwanzigerkarte EUR 95,-; wobei für die Chipkarten noch eine Pfandgebühr
von EUR 10,- anfällt (Stand Frühjahr 2002). Die Auffahrt dauert
10 bis 15 Minuten. Drachentransport erfolgt nach Bedarf bis zu einer Länge
von 4,2 Metern.
Vor der Auffahrt bitte ins Flugbuch eintragen.
Von der Bergstation geht man ca. 5 Minuten zum Startplatz Hintermaueralm und ca. 15 Minuten zu den Startplätzen am Gipfel.
Es gibt für Gleitschirme
drei Startplätze:
Startplatz
Kircherl: Unterhalb vom „Kircherl“ (kleine Kapelle) ist Richtung
Nord (also auf die Skiabfahrt zu) ein neuer Startplatz entstanden.
Gleitschirme und Drachen finden hier bei starkem Talwind, bei kräftigen Ablösungen und bei Nord- bis Nordnordostlagen optimale Startbedingungen. Bitte achtet nicht nur auf die direkt in der Schneise angebrachten Windsäcke und –fähnchen, sondern versucht die tatsächliche Windrichtung herauszufinden. Dazu eignet sich die Fahne hinter der Kapelle und der Windsack am Gipfel am besten.
Bei Hauptwindrichtungen von West über Süd bis Ost kann am neuen Startplatz bei vermeintlichem Wind von vorn durch Thermik oder Rotor ein Start in’s Lee unangenehm bis lebensgefährlich werden. Gerade bei West bis Südwest ist ein Start an der Alm die bessere Wahl.
Bei Süd- bis Ostwind gibt es am Wallberg keine geeigneten Startplätze.
Aufbauen
und Herrichten sowie Anlegen der Ausrüstung kann oberhalb des Weges
erfolgen, gestartet werden darf nur unterhalb des Weges. Zugegeben, die
Wiesen oberhalb des Weges schauen deutlich schöner aus als die tatsächliche
Startschneise. Es muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass beim
Starten keine Fußgänger gefährdet werden. Interessanterweise
bleibt auch bei stärkerem Wind der Schirm nach dem Auslegen schön
liegen, dies liegt wohl an der obersten Geländekante. Das heißt,
auch mit dem Rückwärtsstarten auf Kriegsfuss stehende Piloten
haben in der Regel kein Startproblem. Mit Thermik und Talwind geht es nach
dem Start dann natürlich erst mal zügig und geradewegs nach oben,
allerdings ohne, wie an der Alm, auf den ersten massiven Klapper warten
zu müssen.
Auf dem weiteren Weg stellt
sich dann heraus, dass man, obwohl einige Meter tiefer als an der Alm gestartet,
auf gleicher Höhe an der Westflanke ankommt. Das liegt daran, dass
man sich das höhenvernichtende Leesaufen des Almstartes erspart.
Da immer noch einiges an
kleinen Ästen und Wurzeln im Weg umgeht, ist unbedingt auf sorgfältiges
Auslegen des Schirmes und freie Leinen zu achten. Wer rückwärts
startet, sollte vorfüllen und den Schirm einmal kurz vom Boden lupfen,
um etwaige Verhänger zu bemerken. Rückwärts startend kann
ein Startabbruch durch das steile Gelände schwierig bis unmöglich
sein.
Nicht extra erwähnt
muss hoffentlich werden, dass links und rechts beim Rausfliegen Bäume
den Starthang begrenzen. Also ruhig mal einen kurzen Blick nach beiden
Seiten riskieren, um sicher zu gehen, dass man nirgends einfädelt.
Über die unteren Bäume am Ende der Schneise rüber zu kommen,
war bis jetzt noch bei keinem ein Problem (außer man startet bei
Süd- oder Ostwind in einem Leerotor).
Zusammengefasst, hat man
einmal den ersten optischen Eindruck verdaut und ist einige Male unterm
„Kircherl“ gestartet, wird man sich bei bestimmten Wetterlagen, Windstärken
und Tageszeiten den Weg zur Alm gerne mal ersparen.

Außerdem zusätzlich an dieser Stelle die dringende Bitte: Achtet unter allen Umständen auf die Fußgänger und Wanderer, die sich auf dem Weg unterhalb des Startgeländes aufhalten.
Es ist ein Windsack installiert,
der bei Nordost- bis Ostwind durch das entstehende Lee nicht die tatsächliche
Windsituation anzeigt, immer auf die Windsäcke am Gipfel achten.
Startplatz
Hauptgipfel
(Startrichtung
Nordwest, auf dem Foto nach links) Geeignet für alle Windrichtungen
um Nord. Ein etwas steileres und kurzes Startgelände neben dem Gipfelkreuz,
teilweise mit einer Matte ausgelegt. Genau anders als bei der Alm scheint
dieser Startplatz anspruchsvoller. Sobald aber Hangaufwind eingesetzt hat,
sind Starts problemlos möglich, hier wird auch geschult. Wenn die
Verhältnisse an der Alm durch Thermik, Wind oder Winddrehung Richtung
Nordost kritisch werden, kann hier noch gefahrlos gestartet werden. Direkt
in der Nähe des Gipfelkreuzes ist ein Windsack installiert.
Startplatz
Westgipfel für Drachen Hier sind ausschließlich Hängegleiterstarts
erlaubt. Bei Starts auf der Südrampe bitte baldmöglichst in Richtung
Westflanke abdrehen (wegen Wild auf der Südseite). Vor der Nordwestrampe
steht ein Windsack, der aber bei stärkerem Wind immer mehr in´s
Lee gerät.
Landeplätze Für die Gleitschirme ist eine große Wiese nördlich an der zur Wallberg-Talstation führenden Straße, Windsack vorhanden. Bitte fliegt Eure Landevolte (!) auf alle Fälle über dem Landeplatz, da auf der Wallbergstraße immer reger Verkehr herrscht. Für Drachen eine Wiese am Café Kreuz, am Fuß der Baumgartenschneid.
Adressen und Telefonnummern
Startplatz Kircherl Der
Startplatz Kircherl ist eine relativ enge und steile Schneise, begrenzt
sowohl links und rechts als auch am Ende durch Bäume. Beim Starten
also darauf achten, nicht zu nahe an den Bäumen auszulegen und beim
rausfliegen kurz einen Blick nach links und rechts zu riskieren, um nicht
einzufädeln. Wie an jedem steilen Startplatz kann ein Startabbruch
(vorwärts wie rückwärts) schwierig bis unmöglich sein.
Darum die Startvorbereitungen mit besonderer Sorgfalt durchführen.
Beim Vorwärtsstarten unbedingt auf freie Leinen am Boden achten, beim
Rückwärtsstarten erst einmal vorfüllen und den Schirm kontrolliert
etwas steigen lassen, um Verhänger festzustellen.
Nach dem Start kann es bei
starkem Talwind und/oder bei starker Thermik erst einmal senkrecht nach
oben gehen, dies allerdings relativ ruhig.
Zwei Besonderheiten sind
unbedingt zu beachten:
Startplatz Hintermaueralm
Wie schon in der Geländebschreibung kurz erwähnt, macht der Startplatz
Hintermaueralm einen unproblematischen Eindruck. Bei schwachem Wind und
schwacher Thermik ist hier ein Start tatsächlich problemlos.
Mit guter Thermik im Frühjahr und Sommer wird das Starten von der Alm nach ca. 11:00 bis 11:30 Uhr sehr gefährlich. Bei einsetzender Thermik verursacht der nördlich des Startplatzes vom Westgipfel abfallende Grat starke Turbulenzen. Dies ist auch bei stärkerem Wind aus Nord bis Nordwest der Fall. Bei nordöstlichem bis östlichem Wind ist der Startplatz Alm im Lee des Gipfelaufbaus.
Der Windsack zeigt zeitweise leichten Wind aus West bis Nordwest an, obwohl am Gipfel Ostwind mit 20 km/h und mehr weht. Wenn die Windsäcke am Gipfel nordöstlichen bis östlichen Wind anzeigen, darf am Startplatz Hintermaueralm nicht mehr gestartet werden.
Auf jeden Fall ist es bei einem Start an der Alm angebracht, die Bremsen während der ersten 100 bis 200 Metern Flugstrecke nicht aus den Händen zu lassen.
Ein
großes Problem stellt der unterhalb vom Startplatz verlaufende Fußweg
dar. Es darf nur gestartet werden, wenn sich im Startbereich keine Fußgänger
befinden. Piloten, die beim Start Fußgänger gefährden oder
sogar mit einem Fußgänger zusammenstoßen, werden ausnahmslos
mit einem Flugverbot von mindestens einem Monat belegt.
Aus den oben genannten Gründen sind Starts am Startplatz Hintermaueralm nur nach Einweisung durch Mitglieder des DGCTT erlaubt.
Starts mit dem Hängegleiter sind am Startplatz Alm aufgrund der Geländezulassung und der geländebedingten Gefahren (Weg) nicht erlaubt.
Startplatz Westgipfel (nur Hängegleiterstarts) An den Startrampen ist bei Seitenwind, böigem oder starkem Wind Vorsicht geboten.
Startplatz Gipfel Durch den kurzen Anlaufweg ist am Gipfel ein sicherer Start nur bei Wind aus Nord bis Nordwest möglich. Ohne Wind reicht die Startstrecke für ein sicheres und kontrolliertes Aufziehen des Schirmes nicht aus.
Südstarts Südstarts sind für Gleitsegel am Wallberg nicht zugelassen. Zusätzlich zur Geländezulassung und den Auflagen der Startplatzeigentümer ist der Start nach Süden mit erheblicher Gefährdung verbunden (Lee, Turbulenz) . Bei Süd- und Ostwind bietet der Wallberg keine geeigneten Startplätze.
Landeplatz
an der Wallbergstraße (Gleitschirmflieger) Bei starkem Talwind kann
es am Landeplatz recht turbulent werden. Insbesondere in der Ecke über
dem Bauernhof sollte man vorsichtig sein. Es ist immer eine Linksvolte
und entsprechende Landeeinteilung zu fliegen. Die Landevolte ist so zu
legen, daß die Straße südlich des Landeplatzes (Wallbergstraße)
nicht überflogen wird (Queranflug nördlich der Straße).
Bei starkem Talwind muß die Landevolte mehr Richtung Norden verlegt
werden.
Wenn die Sicherheitshöhe (50 Meter) zum Überfliegen der Straße nicht reicht, muß auf der Außenlandewiese südlich der Straße gelandet werden (Außenlandegebühr EUR 5,-). Es hat schon Landungen auf der Straße mit teilweise erheblichen Verletzungen gegeben (Kollision mit parkenden Autos oder beinahe mit fahrenden (!) Bussen).
Landeplatz
beim Cafe Kreuz (Hängegleiter) Der Ausgleitbereich wird durch Bäume
und Parkplätze begrenzt, der Endanflug ist also weit genug östlich
des Windsackes zu beginnen.
Bei Ostwind ist der Landeplatz sehr turbulent. Ansonsten zum Schluß noch die Bitte an alle herzlich willkommenen Gastflieger. Bitte nehmt beim Starten, beim Landen und natürlich in der Luft Rücksicht aufeinander. Miteinander zu fliegen und auch einmal auf sein Recht zugunsten eines weniger routinierten Piloten zu verzichten mindert nicht den Flugspaß, im Gegenteil!
Ostwind? Oft erlebt, am Wallberg
angekommen wird der angekündigte Nordwind zum Nordost- und bald zum
Ostwind. Um noch irgendwo hinzufahren ist es zu spät, also rauf auf
den Walllberg und trotz Bedenken an der Alm gestartet. Das befürchtete
Ostwindlee bleibt leider kein Hirngespinst und während man mit allen
Händen versucht, den Schirm offen am Geradeausfliegen zu halten schwört
man sich, zum letzten Mal bei dieser Windrichtung ins Tegernseer Tal gefahren
zu sein. Dabei gibt es eine Alternative - den Bucherhang. Zu diesem Gelände
kommt man, indem man nach der Ortsmitte in Bad Wiessee nach einer scharfen
Linkskurve (von Gmund her kommend) nach rechts Richtung Bucherbauer abbiegt
und dann ca. einen Kilometer einer leicht ansteigenden Straße folgt.
Hier liegt ein Grashang mit etwa 100 Metern Höhenunterschied, ausgerichtet nach NordNordost. Was, ein Übungshang wird jetzt wohl manch einer abfällig denken. Das ist richtig, der Bucherhang wird von der ortsansässigen Flugschule als Übungshang genutzt. Aber trotzdem, einfach mal ausprobieren, man verpaßt ja erstmal nichts.
Nachdem man sein Auto geparkt hat, was nicht ganz einfach ist, am besten ca. 500 Meter vor dem Bucherhof rechts an der Straße auf einem kleinen Parkplatz, müssen erst einmal EUR 2,50 beim Bauernhof als Start- und Landegebühr bezahlt werden. Dann die Ausrüstung geschultert und ungefähr hundert Höhenmeter über die rechts am Hang vorbeiführende Straße zu Fuß überwinden. Man kommt dann am oberen Rand des Bucherhangs an und wird als erstes mit einem atemberaubenden Blick über den Tegernsee belohnt. Jetzt noch über einen Stacheldrahtzaun rüber und hier ist er, der perfekte Startplatz. Auf den oberen dreißig Metern des Hangs, die durch einen Zaun abgetrennt sind, bitte nicht starten, da dieser Teil des Geländes von Modellfliegern genutzt wird. An thermisch aktiven Tagen wird ab ca. 11 Uhr schon recht kräftiger Hangaufwind eingesetzt haben, der im Tagesgang entweder (abhängig von der Hauptwindrichtung) zunehmend auf West / Nordwest oder Ost /Südost drehen wird. Das heißt, je früher man startet, desto einfacher wird man den Einstieg zum Aufsoaren finden. Jetzt sollte übrigens Rückwärtsstarten kein Buch mit sieben Siegeln sein. Aber keine Angst, auch zum Einüben und Verfeinern der diversen Rückwärtsstartechniken eignet sich der Bucherhang bestens. Je nach Können kann man so weit runter gehen, bis der Wind die gewünschte Stärke hat. An dieser Stelle sei übrigens noch einmal betont, daß an diesem Hang auch schon oft Piloten, von denen man weiß, daß sie ihre Schirme beherrschen, beim Üben und Spielen mit ihren Schirmen gesichtet wurden.
Nach
dem Start, möglichst in oder kurz vor eine Ablösung, gibt es
jetzt mehrere Techniken zum Hochkommen. Entweder, je nach Windrichtung,
versucht man nach links oder rechts (Vorsicht, Liftseile!) dicht am Gelände
und an den Bäumen fliegend im schmalen Aufwindband Höhe zu machen
oder weiter draußen an diversen Geländekanten eine Aufwindkomponente
mit Thermik zu erwischen. Wenn´s nicht klappt, am Hang oder weiter
unten reinlanden, raufgehen und nochmal versuchen, bis jetzt ist noch jeder
irgendwann mal raufgekommen. Wer erstmal ein paar Meter über dem Bucherhang
ist, hat´s geschafft und kann dann, je nach Wind- und Thermikstärke
bis zum Ringberg raufsoaren und unter Umständen den Einstieg in Thermik
finden. Einige Punkte zur Beachtung. Der Talwind kann ganz schön zunehmen,
also nicht zu weit hinter Geländekanten und Waldstücke versetzen
lassen und immer mal wieder überprüfen, wie´s mit der Vorwärtsfahrt
steht. Wenn ihr am Hang oder weiter unten landet, sollte es selbstverständlich
sein, dies nicht im hohen Gras zu tun. Außerdem kann es ab und zu
vorkommen, daß der Hang kurz vor dem Mähen gesperrt ist, dies
kann man aber beim Bezahlen erfragen. Außerdem erfordert der doch
etwas eingeschränkte Platz eine etwas größere Vorsicht
und Rücksichtnahme, als man sonst sieht. Vor allem wenn Gleitschirmschüler
am Hang sind, bitte aufpassen.
Wer also mal das Fliegen am Bucherhang versucht, wird bemerken, wieviel man an einem simplen Übungshang dazulernen kann und daß 100 Meter über Grund zu sein beim "normalen" Fliegen kein Grund zum Aufgeben und Landen ist.
Schöne
und unfallfreie Flüge am Wallberg wünscht Euch der
Drachen-
und Gleitschirmflieger Club Tegernseer Tal.